Für

Jugendliche

Auch als Jugendliche*r kann es sehr hart sein, wenn ein Geschwister erkrankt. Vielleicht verstehst du schon einiges, aber trotzdem wirbelt die Diagnose den Alltag komplett durcheinander. Pläne für Schule, Freizeit und Freundschaften ändern sich plötzlich, weil ein großer Teil der Familienaufmerksamkeit dem kranken Familienmitglied gilt. Eventuell übernimmst du mehr Verantwortung zu Hause oder passt auf jüngere Geschwister auf. Viele Jugendliche fühlen sich hin- und hergerissen: Sie wollen stark sein und die Eltern unterstützen, fühlen sich aber gleichzeitig allein mit ihren Ängsten. Es kann passieren, dass man versucht, die eigenen Probleme runterzuspielen, um die Eltern nicht weiter zu belasten. Doch denke daran: Dein Erleben zählt ebenso. Du bist wichtig, richtig und wertvoll und hast das Recht, Unterstützung zu bekommen und dich auszusprechen.

Informiere dich und sprich offen in der Familie. Wenn du mehr wissen möchtest, bitte das Team in der Klinik, dir die Situation oder medizinische Dinge zu erklären. Das hilft, Fehlverständnisse abzubauen und unnötige Ängste zu vermeiden. Vielleicht hast du Angst vor dem, was kommen könnte, oder bist wütend, weil “nichts mehr normal” ist – sprich diese Gefühle aus. Es ist keine Schande, mal zu zeigen, wie es dir wirklich geht oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Scheue dich nicht, auch außerhalb der Familie Unterstützung zu suchen. In vielen Städten gibt es z.B. Angebote für jugendliche Angehörige: Treffen mit Gleichaltrigen, die ähnliches durchmachen, oder psychosoziale Beratungsstellen nur für Jugendliche. Manchmal tut es gut, mit jemand Neutralem zu reden – etwa einem Psychologen oder einer sozialen Fachkraft im Krankenhaus. Alles Besprochene bleibt vertraulich, und es kann enorm entlasten.

Viele Jugendliche versuchen in solchen Situationen oft stark zu sein, wollen einfach funktionieren und dass das endlich alles vorbeigeht. Manchmal kann es vorkommen, dass Geschwister erst viele Jahre später merken, dass diese Zeit Spuren hinterlassen hat und sich auf das eigene Befinden und Beziehungen auswirken kann.

Wir sind als Ansprechpartner*innen da – egal wie lange die Krebserkrankung bereits zurückliegt. Vielleicht findest du auch hier ein paar passende Tipps für dich – 10 Tipps für ein besseres Wohlbefinden, zur Selbstregulation, Ressourcenrucksack.